ProNATs e.V. Verein zur Unterstützung arbeitender Kinder und Jugendlicher

Film Empfehlungen

ProNATs empfiehlt Filme und Dokumentationen zu den Themen Kinderarbeit, arbeitende Kinder und die Kinderbewegungen. Die Filme eignen sich für den Einsatz im Bildungsbereich. Bestell- bzw. Verleihadressen werden angegeben.

Ana Rosa und ihr Recht auf Kinderarbeit.

Wilfried Huismann, Anaconda International Film: Ana Rosa und ihr Recht auf Kinderarbeit. Deutschland: WDR Weltweit 2016 (26 Min.)

Ana Rosa (11) findet ihren Präsidenten Evo Morales toll, weil der Kindern ab 10 das Recht auf Arbeit zugestanden hat. Sie bekommt bald einen Arbeitsausweis und glaubt, damit besser gegen Übergriffe geschützt zu sein. Für Evo Morales ist das neue Kindergesetz ein Akt der Befreiung von westlichen Normen. Kinderarbeit sei in der indigenen Kultur verankert und mache die
Kinder stark. Die Vereinten Nationen dagegen sind empört, weil Bolivien gegen die Konvention zum Verbot der Kinderarbeit verstößt. Wir sind in die Bergarbeiterstadt  Potosí gereist, um herauszufinden, wie sich das Gesetz in der Praxis auswirkt. Bringt es mehr Schutz und Arbeitssicherheit, oder ist es ein Papiertiger? Dabei treffen wir Kinder wie Ana Rosa, die gerne arbeiten und stolz darauf sind, zum Überleben der Familie beizutragen. Aber es gibt auch Kinder, die jeden Tag mit Todesangst zur Arbeit gehen.
Zum Beispiel der 12-jährige Elias, der im maroden Bergwerk am Bohrhammer steht und mit Dynamit arbeitet. Jede Schicht ist ein Rendezvous mit dem Tod. Er hat noch nichts von dem Gesetz gehört, das ihn schützen soll. Offiziell gibt es Kinder wie ihn nicht, in Wahrheit machen Hunderte das gleiche wie er.
Ihr Schicksal scheint den Behörden gleichgültig zu sein.
http://www.youtube.com/watch?v=0BL_LO41YI0

 

Lisandro will Arbeiten

Manuel Fenn: Lisandro will Arbeiten. Deutschland: 3 Sat, 2005 (30 Min.)

Preis: € ?,-. Bestellung: http://www.shooting-in-berlin.com

Lisandro will arbeitenLisandro ist 14 Jahre alt und lebt in einem Armenviertel von Lima. Wie viele Kinder in Peru und überhaupt in Lateinamerika muss Lisandro seit seinem fünften Lebensjahr arbeiten gehen. Dreimal die Woche hilft er in einer Bäckerei, die restlichen Tage zieht er mit Freunden durch die Straßen, wäscht Autos oder verkauft Süßigkeiten. So verdient er nicht nur sein Schulgeld selbst, gemeinsam mit der Mutter ernährt er seit dem Verschwinden des Vaters sogar die ganze Familie. Dennoch ist Lisandro etwas Besonderes: Er gilt nicht nur als guter Schüler, der später einmal Jura studieren will. Er kann auch jetzt schon geschliffen reden und beherrscht bereits das Metier eines Funktionärs. Lisandro ist aktives Mitglied der Jugendorganisation „Niños y adolescentes trabajadores“, die sich für legale Kinderarbeit einsetzt, deren Rechtmäßigkeit sich in berechenbarem Lohn niederschlägt. Dafür gehen Lisandro und seine Freunde auch auf die Straße.

Der Regisseur und Kameramann Manuel Fenn erhielt für seine ZDF/ARTE-Produktion „Adrian tanzt“ im vergangenen Jahr den „Emil“, den Preis für gutes Kinderfernsehen. Er studierte an der HFF „Konrad Wolf“ in Potsdam und arbeitet seit 1996 als freier Regisseur und Kameramann. „Lisandro will arbeiten“ ist ein Beitrag der 3sat-Dokumentarfilmreihe „Fremde Kinder“, die sich Jungen und Mädchen bis zu 14 Jahren aus allen Ländern der Welt in ihren oftmals schwierigen Lebenssituationen widmet, für sie Partei ergreift und ihnen eine Stimme verleiht.

Bin zehn, suche Arbeit

Silvia Kaiser: Bin zehn, suche Arbeit. Deutschland: ZDF, 2006 (30 Min.)

Preis: € 6,-. Bestellung: http://www.ci-romero.de/de/material/

Bin zehn, suche ArbeitWurde die Abschaffung der Kinderarbeit lange Zeit als soziale Errungenschaft gefeiert, sieht die Realität heute anders aus: Kinderarbeit in Deutschland ist ein Massenphänomen. Weit über die Hälfte aller Kinder tragen Zeitung aus, kellnern, betreuen Babys, gehen einkaufen für Alte und Kranke oder jobben sogar am Bau; das haben wissenschaftliche Untersuchungen ergeben. Und noch viel mehr, fast 90 Prozent, würden es gern tun. Dabei ist es in Deutschland per Gesetz erst Jugendlichen ab 15 Jahren erlaubt, durch Arbeit Geld zu verdienen.

Silvia Kaiser hat für ihren "37 Grad"-Film Kinder und Jugendliche porträtiert, die gerne arbeiten. Sie tun dies nicht in erster Linie des Geldes wegen, sondern weil sie Anerkennung erhalten, eine Leistung erbringen und mit den Erwachsenen "auf Augenhöhe" agieren. Der ZDF-Film greift ein heißes Eisen auf: Sollte das generelle Verbot der Kinderarbeit aufgehoben werden? Zu Wort kommen neben den Kindern auch Befürworter einer Lockerung der gesetzlichen Regelung wie der Kindersoziologe Prof. Manfred Liebel von der TU Berlin und Gegner wie der frühere Bundesarbeitsminister Norbert Blüm.

Kinderarbeit - Weg aus der Armut?

Ron McCullagh: Kinderarbeit - Weg aus der Armut? (Bangladesh: Child Labour - the other Side). Großbritannien: Insight News TV, 1997 (12 Min.)

Verleih: http://www.gep.de/ezef/index_290.htm

Bangladesh: Child Labour - the Other SideWeltweit arbeiten 250 Millionen Kinder zwischen 5 und 14 Jahren unter Bedingungen, die ihre Gesundheit schädigen und ihnen keine Zeit für den Besuch der Schule lassen. Vor allem im Norden wird deshalb ein Verbot der Arbeit von Kindern unter 15 Jahren gefordert. Doch ein solches kann ins Gegenteil umschlagen, wie die Reportage zeigt: Nach dem Verbot in der Kleiderindustrie Bangladeshs landeten viele die Kinder auf der Strasse und mussten oft härtere und schlechter bezahlte Arbeit verrichten. Dies belegen die Aussagen eines Mädchens, das nun als Dienstbotin arbeiten muss. Die Familien sind arm und auf den Lohn der Kinder angewiesen. Obwohl ein Teil der Kinder nun eine Entschädigung von 7 Dollar täglich erhält und sie in den inzwischen über 300 neu gegründeten Schulen unterrichtet werden, arbeiten die meisten am Nachmittag weiter als Haushilfen, Schuhputzer oder Plantagenarbeiter. Und Tausende Kinder arbeiten in anderen Bereichen unter viel schwierigeren Bedingungen.

Die Erfahrungen in Bangladesh haben gezeigt, dass Kinder nur dann aus den Fabriken geholt werden dürfen, wenn ihnen bessere Alternativen geboten werden können. Boykotte und Handelssanktionen ohne Begleitmassnahmen helfen den Kindern deshalb nicht.

Wenn ich groß bin... Arbeitende Kinder in Matagalpa, Nicaragua

Volker Hoffmann: Wenn ich groß bin... Arbeitende Kinder in Matagalpa, Nicaragua. Deutschland, 1999 (35 Min.)

Preis: € 30,- Bestellung: http://www.weltfilme.de

Wenn ich groß bin... Arbeitende Kinder in Matagalpa, NicaraguaDie 9-jährige Flor verkauft die Kekse und Bonbons am Busbahnhof. Miguel bietet Wasser und Bonbons in den Bussen an. Karen verkauft schon ihr halbes Leben Süßigkeiten und Getränke. Die 12-jährige ist sauer auf die Regierung in Nicaragua, weil sie nur Straßen baut und sich nicht um die Kinder kümmert.

Als die Wasser- und Strompreise erhöht werden, obwohl es tagelang kein Wasser gab, gehen auch die arbeitenden Kinder auf die Straße. In Nicaragua, dem zweitärmsten Land Lateinamerikas, dürften es über 100 000 Kinder sein, die zum Überleben der Familie beitragen müssen. Das Zentrum der arbeitenden Kinder "Die kleinen Ameisen" in Matagalpa hilft mehr als 80 der rund 2000 arbeitenden Kindern Matagalpas mit Schulunterricht und Bildungsangeboten wie Nähen, Tanzen, Malen, Schreibmaschine schreiben. Es wird vom Städtepartnerschaftsverein Wuppertal/ Matagalpa unterstützt.

Im Sommer 1999 begleitete der Journalist und Medienpädagoge Volker Hoffmann mehrere Wochen arbeitende Kinder bei ihrem Kampf für mehr Rechte. Dabei drehten die Kinder selbst Kurzfilme, die teilweise auf Videofestivals prämiert wurden. Der Film wurde mit dem Menschenrechtsfilmpreis Nürnberg 2000 ausgezeichnet.

Recht auf Arbeit - Kinderarbeit in Lateinamerika

Terre des Hommes: Recht auf Arbeit. Deutschland: Terre des Hommes/Pro Fund, 2000 (22 Min.)

Preis: € 6,50 (VHS). Bestellung: http://tdh.info/xt_shop/index.php?page=product&info=195

Recht auf ArbeitDer Film schildert den Lebensalltag arbeitender Kinder in Bolivien und Peru und beschreibt die Lebenssituation von Kindern in der Bergarbeiterstadt Llallagua, in der durch den Verfall des Zinkpreises auf dem Weltmarkt Menschen einer ganzen Region arbeitslos wurden. Am Titicacasee ist Ernährungssicherung durch Artenvielfalt einer der Schwerpunkte der terre des hommes-Arbeit. In Lima wird das Projekt Manthoc vorgestellt, das heute wohl bekannteste Kinderarbeitsprojekt Lateinamerikas.

Aktualisiert: 31.12.2016